Hövelhof: Ostermarsch Senne 2011

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Militär: Zeit zu gehen …
… aus Afghanistan, … aus der Senne, … aus unserem Leben!

Treffpunkt: Schranke am Truppenübungsplatz in Hövelhof (Kreuzung Sennestraße/Panzerringstraße) >>> Demonstration zum Marktplatz >>> ab ca. 15 Uhr: Kundgebung und Friedenslieder

Auf der Kundgebung sprechen:
Dr. Angelika Claußen, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie aus Bielefeld. Sie ist zuständig für die Region OWL im Ärzteverein IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
Hubert Kniesburges, Vorsitzender des friedenspolitischen Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK

Der Aufruf:

Ostern in die Senne – mehr als 100 Jahre Übungsplatz für das Militär sind genug!

Für Frieden und eine gerechte Weltordnung – gegen Krieg, Rüstung und Militär!
Entrüstet Euch!

Militär: Zeit zu gehen …

… aus Afghanistan

Der nun schon zehn Jahre dauernde Krieg eskaliert: 2010 war das blutigste Jahr. Und er wird noch intensiviert: Inzwischen sind 140.000 NATO-Soldaten im Kriegseinsatz, hinzukommen noch 130.000 Mitarbeiter privater Militärfirmen. Über 9.000 britische Soldaten nehmen an den derzeitigen Angriffen der NATO im Süden Afghanistans teil. Für das Frühjahr 2011 bereiten deutsche Truppen gemeinsam mit US-Truppen Offensiven gegen Aufständische im Norden vor – Soldaten aus Augustdorf sind dabei:
1.500 Soldaten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ bilden den Hauptteil des deutschen Einsatzkontingentes. 75 Soldaten des ABC-Abwehrbatallion 7 aus Höxter wurden Ende Januar ebenfalls nach Afghanistan „verabschiedet“.
Die NATO ist für die gegenwärtige Eskalation verantwortlich! Wir fordern die NATO auf, den Krieg sofort zu beenden und die Armeen abzuziehen! So wie die britische Antikriegsbewegung den sofortigen Abzug der britischen Truppen aus Afghanistan verlangt, sagen wir: Bundeswehr raus aus Afghanistan!

… aus der Senne

Krieg fängt mit Üben an: hier bei uns in der Senne. Fast jeder britische Soldat, der in Paderborn,  Herford oder Gütersloh stationiert ist, hat im Irakkrieg an der Seite von US-Truppen in der „Koalition der Willigen“ gekämpft (zur Erinnerung: Hunderttausend Iraker sind getötet worden) oder wird turnusmäßig nach Afghanistan verlegt. Für diese Kriege übte und übt die britische Armee auf dem größten Teil des Truppenübungsplatzes Senne – ein kleinerer Teil bei Augustdorf wird von der Bundeswehr zum Kriegstraining verwendet. Die Anwohner der Senne müssen seit Jahren den Gefechtslärm, Schießereien, Hubschrauberüberflüge und einiges andere ertragen. Seit Anfang dieses Jahres übt das britische Militär in Kampfdörfern auf dem Truppenübungsplatz bei Hövelhof, Hövelriege und Schlangen intensiv und „realitätsnah“ den Häuserkampf gegen die aufständische Bevölkerung in Afghanistan. Sagen wir NEIN zu diesem Treiben, machen wir uns also auf den Weg, verfolgen wir unser Ziel und beziehen einen klaren Standpunkt: Sofortige Einstellung der Kriegsübungen in der Senne! Abbau der Kampfdörfer! Für eine Senne ohne Militär! Ein Nationalpark Senne ist besser als ein Truppenübungsplatz Senne!

Militär: Zeit zu gehen …

… aus unserem Leben

Für die britische Armee sind Kriegseinsätze für globale westliche- und britische Machtinteressen selbstverständlich. Der gegenwärtige Umbau der deutschen Bundeswehr zur „Armee im Einsatz“ holt dies für Deutschland nach. Ziel der deutschen Armeereform ist die Verdoppelung der Truppen für weltweite Kriegseinsätze. Die bisherige Selbstrechtfertigung der Bundeswehr als „Verteidigungsarmee“ entfällt. Über „Wirtschaftskriege“ wird in der Öffentlichkeit verstärkt diskutiert. Das Massaker von Kunduz war kein Unfall sondern die Konsequenz der verstärkt offensiven Kriegsführung der Bundeswehr in Afghanistan, die vom Großteil der Bundeswehrführung und von „Kriegswissenschaftlern“ begrüßt wird.

Um die Zustimmung der Bevölkerung zur Kriegsführung zu erlangen, aber auch um Soldaten zu rekrutieren, verstärkt die Bundeswehr ihre Werbekampagnen. Ein Kooperationsabkommen mit der Landesregierung NRW verschafft der Bundeswehr den Zugang zu Schulen – und auch zur Lehrerausbildung. Bei Messen und Festen, vor und in Arbeitsagenturen ist die Armee präsent: In Paderborn sitzt die Bundeswehr direkt in Büros der Agentur für Arbeit; kaum ein Monat vergeht, in dem nicht ein „Karrieretruck“ der Bundeswehr vor einer Berufsschule in Bielefeld steht; nur wenige Schützenvereine im Kreis Gütersloh oder im Kreis Lippe ohne eine Patenschaft mit einem Truppenteil aus Augustdorf; der Landrat im Kreis Paderborn wirbt zusammen mit „Soldatenkameradschaften“ und Reservistenverbänden für das Tragen von „gelben Schleifen“ aus „Verbundenheit mit unseren Soldaten im Afghanistaneinsatz“; für Armeeeinheiten aus Augustdorf ist das öffentliche Gelöbnis und das Verabschieden zum Kriegseinsatz auf dem Marktplatz in Lemgo schon Gewohnheit; …weitere Beispiele kann jeder leicht finden.
Wir sind entschieden gegen die Militarisierung der Gesellschaft!
Rüstung und Militär sind in unseren Augen keine Antworten auf die drängenden Fragen
unserer Zeit!
Ideen, Finanzmittel, Infrastrukturen müssen in zivilen Unterstützungsprojekten landen!

Mehr Infos: http://www.initiative-gegen-krieg-paderborn.de/